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Black & White 
02. Juli 2017

WICHTIG !!! Diesmal am Aussichtsplatz Ecke Römerstrasse !!! Wichtig


Tierischer Volksfreund vom 23.07.2017

Wasserliesch:

Preisgekrönte Komiker, die zwischen zwei Welten wandeln: Die Ab- und Zuwanderer Ozan Akhan und Tunc Denizer, studierte Theaterwissenschaftler und Schauspieler aus der Türkei und mit deutschem Pass, haben den Irrsinn beider Welten auf die Bühne des Vereins Liescher Bühnenspaß in Wasserliesch gebracht. „Vor ein paar Jahren gab es noch eine bunte Kabarett- und Comedyszene in der Türkei. Heute ist so etwas hochgefährlich“, sagt Ozan Akhan dem TV am Rande des Auftritts. Akhan und sein Kollege Tunc Denizer sind in den 1990er Jahren aus der Türkei ausgewandert und wurden zu „Deutschländern“.

„Heimat ist nicht dort, wo man geboren wurde, sondern dort, wo man jeden Tag satt wird“, wusste schon Akhans Oma. Immer wieder schlüpfen die beiden in Wasserliesch in neue Rollen und Charaktere und stellen skurrile Situationen dar. Mehrfach tauchen sie als Ab- und Zuwanderer auf der Straße auf. In zwei Trenchcoats und sehr unpassenden Kopfbedeckungen schwadronieren sie als Clochards über die Reichen: „Die machen uns kaputt!“ In einem Brief an den Arbeitgeber zeigen sie auf, wie ein türkischer Mitarbeiter stärker ausgebeutet wird als sein deutscher Kollege, der für die gleiche Arbeit mehr Geld bekommt. Es wird erzählt, gesungen, getanzt und philosophiert, ja sogar gerapt, was das Zeug hält. „Zuwanderer sind ja auch Auswanderer“, sagt Tunc Denizer. Es ist eben alles eine Frage der Perspektive.
Das Duo hat sein Publikum im Griff. Die 120 Zuschauer im Bürgerhaus gehen voll mit bei den dargestellten Situationen. Johanna Mengelkoch aus Wasserliesch urteilt: „Das ist ein schöner Mix aus Humor und Gesellschaftskritik. Toll vorgetragen.“ Rüdiger Garbisch aus Konz findet die Show amüsant: „Das ist zum Teil sehr tiefgründig, aber charmant rübergebracht. Ganz und gar nicht plump.“ Am Schluss zeigt Tunc Denizer, dass die menschliche Stimme mehr kann als sprechen und singen. Während Ozan Akhan die Szene eines einsamen Privatdetektivs darstellt, liefert er Geräusche, ja sogar die „Filmmusik“ dazu. Das klingt sehr echt – wie alles bei den Ab- und Zuwanderern.